Augusts Biografie spiegelt beispielhaft die konfessionellen und politischen Auseinandersetzungen des 17. Jahrhunderts. Sie verbindet Krieg und Frieden, Glaubensstreit und Machtstreben, Reformation und frühbarocke Repräsentation. August entstammte als Sohn des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. einem der bedeutendsten Fürstenhäuser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. In die Geschichte ging er als letzter Administrator des nunmehr evangelischen Erzbistums Magdeburg ein. Den thüringisch-sächsischen Raum prägte August nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zudem als erster Herzog von Sachsen-Weißenfels (ab 1657), als Graf von Barby (ab 1659) und als Fürst von Sachsen-Querfurt (ab 1663).
Vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges bildeten äußerst schwierige politische und ökonomische Bedingungen die „Bühne“, auf der er sich als geistlicher Würdenträger und Fürst behaupten musste. Vor allem das lange erbitterte Ringen um das Erzstift Magdeburg zwischen Kursachsen und Kurbrandenburg bestimmten seinen Lebenslauf. Dieser pendelte zwischen Phasen der Herrschaftsteilhabe, der Vertreibung sowie hegemonialer Machtausübung. Bereits im Alter von vierzehn wurde er 1628 zum evangelischen Erzbischof von Magdeburg gewählt. Die ab 1638 ausgeübte Administration des Erzstifts Magdeburg machte August zu einem Reichsfürsten. Als erstem aller evangelischen Administratoren Magdeburgs gelang ihm die seit 1566 verwehrte reichsrechtliche Anerkennung. Seine Repräsentation litt an der durch den Krieg zerstörten Wirtschaftskraft seiner Territorien und fand dennoch Wege zur Wahrnehmung. Besonders die Neue Augustusburg in Weißenfels legt davon Zeugnis ab. Augusts Herrschaft im Erzstift Magdeburg stand unter ungewöhnlichen Vorzeichen. Durch den Westfälischen Frieden 1648 wurde festgeschrieben, dass keiner seiner Nachfahren Anspruch auf dieses bedeutende Territorium erheben konnte. Das Erzstift sollte nach seinem Tod an Kurbrandenburg fallen. Dies verhinderte die Begründung einer eigenständigen Dynastie im historischen Raum des heutigen Sachsen-Anhalt. Als August 1680 starb, zerbrach sein ungewöhnliches Herrschaftsgebilde. Augusts Familie verließ das Erzstift Magdeburg und die Stadt Halle, um in den Erblanden zu Weißenfels Residenz zu beziehen. In den drei Jahrzehnten zuvor hatte er nicht nur seine vom Dreißigjährigen Krieg verheerten Territorien neu geordnet, sondern auch Halle zu einer letzten großen Blüte als Residenzstadt verholfen.