Weißenfels: Neue Augustusburg

Ab 1659 ließ August in Weißenfels ein neues Residenzschloss errichten und nahm es 1679 als „Neue Augustusburg“ symbolisch in Betrieb. Es ist das bedeutendste von August von Sachsen hinterlassene Architekturdenkmal. Dessen Schlosskirche St. Trinitatis sollte zudem seine Grabstätte werden. Nach Augusts Tod 1680 verließ seine Familie Halle und nahm nun in den „Erblanden“ Residenz. Das Bauwerk ist Höhepunkt des frühbarocken Schlossbaues in Mitteldeutschland unmittelbar nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Es summiert die in den Residenzschlossbauten zu Gotha, Weimar und Zeitz gebildeten Formen und ist in Sachsen-Anhalt ein einzigartiges Monument für die politische Bedeutung von Architektur. Der monumentale und stadtbildprägende Bau erhebt sich auf einem Felsen über dem rechten Saaleufer. Seine Hauptfront im Westen wendet der über hufeisenförmigen Grundriss errichtete und streng symmetrische Bau der Stadt zu. Der Grundsteinlegung 1660 durch Erhard Lindner aus Magdeburg folgte bis 1669 die Errichtung des Süd- und mittleren Flügels nach Plänen von Johann Moritz Richter d.Ä. Die Fertigstellung erfolgte bis 1690 unter Leitung Johann August von Leitzsch und Johann Moritz Richter d.J. Bedeutendster Bauteil ist die 1664 bis 1667 von Johann Moritz Richter d.J. erbaute Schlosskirche. Sie folgt dem Typus des protestantischen Saalbaus mit umlaufenden Emporen und bildet zugleich den Zugang zur Fürstengruft mit dem Sarkophag Augusts. Das gegenwärtig nur teilweise genutzte Schloss soll mit der Ausstellung eine stärkere und gerechtere Wahrnehmung erhalten.