Baugeschichte

Die Baugeschichte der Moritzburg

Die Moritzburg in Halle zählt zu den eindrucksvollsten spätmittelalterlichen Burganlagen Mitteldeutschlands. Sie wurde als Residenz der Magdeburger Erzbischöfe errichtet. Ihr Name leitet sich daher auch von dem Schutzpatron des Erzbistums, dem Heiligen Mauritius, ab. Typologisch ist sie zwischen wehrhaftem Festungsbau und repräsentativem Residenzschloss einzuordnen. Als mächtige, von einem tiefen, sumpfigen Graben umgebene Zwingburg erhob sich die Moritzburg mit ihren Türmen einst weithin sichtbar über dem Mühlgraben, einem Seitenarm der Saale. Ihre vierflügelige, leicht trapezförmige Anlage hat eine Ausdehnung von 72 x 85 Metern. Sie wird an ihren Ecken von Rundtürmen gefasst, die ursprünglich hohe Spitzhelme trugen. Zur Stadtseite hin wurden diese Türme als niedrige, wuchtige Kanonenbastionen ausgebildet und durch eine Schildmauer mit Wehrgang verbunden, zur Saale hin gaben sie sich schlank und aufragend, da sie nur Schießkammern aufzunehmen hatten. ährend sich die einzelnen Flügel der Burg nach innen mit großen Fenstern und Portalen, deren Vorhang- und Kielbögen noch der spätgotischen Formensprache verpflichtet sind, zu einem höher gelegenen Hof hin öffnen, geben sie sich nach außen wehrhaft und sind in der Ausschmückung der Zwerchhäuser mit Welschen Giebeln und doppelten Giebelkränzen an den Türmen bereits der Renaissance verpflichtet. Ursprünglich besaß die Burg zwei Zugänge: ein Hauptportal an der Nordseite, das durch ein Wappenrelief des Bauherrn und eine verloren gegangene Statue des Heiligen Mauritius geschmückt war und später geschlossen wurde, und ein Nebenportal als Stadtzugang im Ostflügel, über dem die Figur der Heiligen Katharina steht. Dies ist heute der einzige Zugang zur Burg, deren einzelne Flügel sich im Hof über verschiedene Eingänge erschließen.