12.12.2009 | 10.1.2010 | Preisträgerausstellung

Sina Heffner

Gustav-Weidanz-Preis für Plastik der Gustav-Weidanz-Stiftung an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle

Die Ideen zu ihren Objekten und Installationen findet Sina Heffner in der Natur, insbesondere in der Tierwelt. »Tierfiguren bevölkern ihre Räume, mal raumsprengend groß, mal zart und klein, sie spannt einen weiten Bogen, was die Materialien, Dimensionen und Herangehensweisen betrifft. Spielerisch und experimentierfreudig erkundet sie Fragen des Räumlichen, des Skulpturalen, nach Innen- und Außenraum, Hülle und Haut, Schutz und Begrenzung.« [Andrea Zaumseil, 2009]

Seit Menschen begannen, ihre Umwelt darzustellen, seit sie also anfingen, Kunst zu schaffen, gehören Tiere zu den am häufigsten verwendeten Motiven. Die Schönheit des Tieres, seine Anmut und Würde, steht dabei meist im Vordergrund, nicht selten wird das Tier verherrlicht. Für Sina Heffner dagegen geht es nicht um eine anatomisch korrekte Darstellung, vielmehr wird der Tierkörper Mittel zum Zweck. Sie analysiert, abstrahiert, reduziert, improvisiert und experimentiert in den unterschiedlichsten Techniken und mit unorthodoxen, einfachen, vielfältigen, schnell verarbeitbaren Materialien wie Draht, Pappe, Papier, Kunststoff und Latex, die ein entsprechendes Maß an Spontaneität zulassen. »Ihre Skulpturen muten wie Metamorphosen zwischen verpuppter Schmetterlingslarve, sich häutender Schlange oder auch wie das von einem erlegten Elefanten oder von einem anderen Wildtier abgezogene Fell an.« [Karola Grässlin, 2006]

Sina Heffners Objekte, Skulpturen und Installationen sind weit mehr als der analytische und künstlerische Umgang mit dem Raum, den sie im Kontext zu ihren Arbeiten immer im Sinne einer doppelten Raumgestaltung definiert. Sie schafft »Körper, die das Äußere zu sprengen scheinen, aus diesem ausbrechen wollen und gleichzeitig Außenräume, die sich schützend um das Innere legen« [Karola Grässlin, 2006].

Sina Heffner nutzt die Fähigkeit des Menschen, Tiere an Hand minimalistischer Merkmale zu identifizieren. Mit Licht und Schatten, Positiv- oder Negativform, Leichtigkeit und Schwere suggeriert sie Bewegungen oder Statik. Assoziationen zu in Netzen gefangenen, in Räume gezwängten, in Kisten und Schatullen verborgenen Tieren entstehen. Was im Einzelfall zunächst ganz spielerisch und dekorativ erscheint, wie die Papierarbeit nach dem Vorbild eines Schmetterlingskastens oder die Trophäenwand, gewinnt bei näherer Betrachtung große Ernsthaftigkeit: aufgespießte und in Kästen verbannte Schmetterlinge, Jagdtrophäen als Zeichen des Triumphes des Menschen über die Natur.

www.sinaheffner.de


Weitere Informationen zum Gustav-Weidanz-Preis:

Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle
Gustav-Weidanz-Stiftung
Postfach 200252
06003 Halle (Saale)

www.burg-halle.de

Plakat zur Ausstellung

Plakat zur Ausstellung

Elefantenzeichnung 2007

Elefantenzeichnung 2007

Schmetterlingsvitrine 2007

Schmetterlingsvitrine 2007

Trophäenwand 2007

Trophäenwand 2007

Zebras 2008

Zebras 2008